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Trading-Strategie

Swing Trading neben dem Beruf: Strategie und Ablauf

Swing Trading ist die Trading-Art, die am besten zu einem vollen Arbeitstag passt: Du arbeitest mit Tages- und Wochencharts, triffst deine Entscheidungen abends und musst nicht ständig auf den Kurs schauen. Hier ist mein Ablauf, Schritt für Schritt.

Patrick Streck 7 Min. Lesezeit

Grafik: Aufwärtstrend im Wochenchart über dem EMA 20

Viele wollen traden, haben aber einen Job, der tagsüber keinen Blick auf den Chart erlaubt. Daytrading fällt damit praktisch weg. Swing Trading dagegen passt sehr gut in diesen Alltag. Genau so trade ich selbst, und darauf ist auch Altraviz ausgelegt.

In diesem Leitfaden erfährst du, was Swing Trading ist, warum es zum Berufsalltag passt und wie mein Ablauf vom Chart bis zum fertigen Trade aussieht. Zu jedem Schritt findest du einen ausführlichen Artikel mit Video aus meiner Trading Academy.

Was ist Swing Trading?

Beim Swing Trading handelst du die Swing-Bewegungen eines Marktes: die Wellen aus Bewegung und Rücksetzer, aus denen jeder Trend besteht. Ein Trade dauert dabei typischerweise einige Tage bis wenige Wochen. Du versuchst nicht, jede kleine Schwankung im Tagesverlauf mitzunehmen, sondern einen klar erkennbaren Teil einer größeren Bewegung.

Gearbeitet wird vor allem mit zwei Zeitebenen:

  • Wochenchart: Er zeigt dir die übergeordnete Richtung und die großen Preisbereiche.
  • Tageschart: Auf ihm suchst du den konkreten Einstieg und planst den Trade.
Daytrading Swing Trading Langfristiges Investieren
Haltedauer Minuten bis Stunden Tage bis Wochen Monate bis Jahre
Zeitebenen Minuten- und Stundencharts Tages- und Wochenchart Wochen- und Monatschart
Zeitpunkt der Analyse während des Handelstags abends und am Wochenende gelegentlich

Warum Swing Trading zum Berufsalltag passt

Der entscheidende Vorteil: Tages- und Wochenkerzen sind fertig, wenn du Zeit hast. Eine Tageskerze steht nach Handelsschluss fest. Du bewertest sie abends in Ruhe, statt während der Arbeit jede Bewegung zu verfolgen. Den Wochenchart schaust du dir am Wochenende an.

Auch die Ausführung lässt sich vorab planen. Ich steige zum Beispiel nicht mit einer Market-Order ein, sondern lege eine Stop-Buy-Order über die Hochs der letzten Kerzen. Der Stop-Loss liegt ebenfalls von Anfang an im Markt. Der Trade wird also nur ausgelöst, wenn der Kurs in deine Richtung läuft, und dein Risiko ist begrenzt, auch wenn du gerade in einem Meeting sitzt.

Ein weiterer Vorteil: Ob ein Ausbruch hält oder eine Unterstützung gebrochen ist, beurteilst du auf Schlusskursbasis. Kurze Ausschläge während des Tages, die zum Handelsschluss wieder verschwunden sind, musst du gar nicht mitbekommen.

Mein Ablauf: In 5 Schritten zum Swing Trade

Schritt 1: Die Marktphase bestimmen

Bevor ich irgendetwas anderes anschaue, beantworte ich eine Frage: Ist die Aktie im Trend oder in einer Seitwärtsphase? Davon hängt alles Weitere ab. Im Trend handle ich Pullbacks in Trendrichtung, in einer Seitwärtsphase nur die Ränder der Range.

Die Richtung gibt mir dabei der Wochenchart vor. Liegt der Kurs dort zum Beispiel über dem EMA 20 und bildet steigende Hoch- und Tiefpunkte, suche ich im Tageschart nur nach Long-Einstiegen.

→ Mehr dazu: Aufwärtstrend erkennen: Trend oder Seitwärtsphase?

Schritt 2: Die relevanten Bereiche einzeichnen

Als Nächstes markiere ich die Preisbereiche, an denen der Kurs reagieren könnte: alte Hoch- und Tiefpunkte als Unterstützung und Widerstand und die Bereiche um die gleitenden Durchschnitte, vor allem EMA 50 und EMA 200. Wichtig: Ich zeichne immer Bereiche, nie einzelne Linien.

→ Mehr dazu: Unterstützung und Widerstand: Bereiche statt Linien und Gleitender Durchschnitt: Trend, Pullbacks und Zeitebenen

Schritt 3: Auf das Ereignis warten

Jetzt warte ich, bis der Kurs an einen dieser Bereiche kommt. Die drei Situationen, die ich am häufigsten handle:

  • ein Pullback im Trend in den Bereich eines gleitenden Durchschnitts,
  • ein Retest nach einem Breakout, also die Rückkehr zum alten Ausbruchsbereich,
  • der Rand einer Range, wenn sich die Aktie seitwärts bewegt.

Breakouts kaufe ich nicht direkt. Ich warte auf den Retest, um Fakeouts zu vermeiden – auch wenn ich dadurch manche Bewegung verpasse.

→ Mehr dazu: Breakout Trading: Ausbruch oder Fakeout aus der Range?

Schritt 4: Die Bestätigung prüfen

Dass der Kurs einen Bereich erreicht, reicht nicht. Ich will sehen, dass er dort auch respektiert wird. Dafür schaue ich auf zwei Dinge:

  • Die Kerze: Wer hat die Kontrolle, wer ist gescheitert, wie stark ist die Bewegung, und wo passiert sie? Eine Pinbar oder eine Engulfing-Kerze im Bereich ist für mich eine typische Bestätigung.
  • Das Volumen: Passt das Volumen zur Bewegung? Ein Retest mit wenig Volumen zeigt zum Beispiel, dass kaum noch jemand verkaufen will.

→ Mehr dazu: Candlestick Pattern verstehen, Handelsvolumen verstehen und Volumen-Spread-Analyse

Schritt 5: Den Trade planen

Erst wenn alles zusammenpasst, plane ich den Trade:

  • Einstieg: Stop-Buy-Order über den Hochs der letzten Kerzen.
  • Stop-Loss: jenseits des Bereichs, an dem der Kurs reagiert hat.
  • Chance-Risiko-Verhältnis: Kursziel und Stop müssen in einem sinnvollen Verhältnis stehen. Genau deshalb handle ich nie aus der Mitte einer Range.
  • Ausstieg: Statt eines festen Kursziels ziehe ich den Stop nach, am gleitenden Durchschnitt oder anhand der Price Action. Trends laufen meist weiter, als ein fixes Ziel erlaubt.

Wie dieses Vorgehen an der 200-Tage-Linie in einem Backtest auf den DAX abgeschnitten hat, zeige ich in der Strategie mit der 200-Tage-Linie.

Swing-Trading-Strategien im Überblick

Strategie Marktphase Wo du einsteigst Bestätigung
Pullback an den gleitenden Durchschnitt Trend Bereich um EMA 50 oder EMA 200 Pinbar oder Engulfing im Bereich
Retest nach Breakout Übergang aus der Range in den Trend alter Ausbruchsbereich wenig Volumen im Rücklauf, Docht in Ausbruchsrichtung
Handel an den Range-Rändern Seitwärtsphase oberer oder unterer Bereich Docht gegen den Rand, oft mit hohem Volumen

Typische Fehler beim Swing Trading

  • In der Mitte einer Range handeln: hohe Volatilität, schlechtes Chance-Risiko-Verhältnis.
  • Gegen den übergeordneten Trend handeln: Der Wochenchart gibt die Richtung vor.
  • Auf Crossovers gleitender Durchschnitte setzen: In Seitwärtsphasen kommen sie fast täglich, im Trend zu spät.
  • Linien statt Bereiche einzeichnen: Der Markt kennt keine exakten Preise.
  • Nur auf die Kerzenfarbe schauen: Körper, Dochte und der Ort sagen viel mehr als grün oder rot.
  • Ein einzelnes Warnsignal überbewerten: Erst mehrere Signale zusammen ergeben ein klares Bild.
  • Während des Tages entscheiden: Als Swing-Trader beurteilst du die fertige Kerze, nicht die Bewegung im Tagesverlauf.

Der größte Zeitfresser: die richtigen Aktien finden

Die Analyse eines einzelnen Charts geht mit etwas Übung schnell. Was neben dem Beruf wirklich Zeit kostet, ist die Suche: Hunderte Charts durchklicken, um die wenigen zu finden, bei denen gerade ein Pullback, ein Retest oder eine Bestätigungskerze an einem wichtigen Bereich entsteht. Dabei übersieht man leicht etwas.

Genau dafür habe ich Altraviz gebaut:

  • Automatische Chartanalyse: Altraviz analysiert täglich über 700 Aktien. Hochs, Tiefs und Widerstandszonen sind bereits eingezeichnet, wenn du einen Chart öffnest. Mehr zur automatischen Chartanalyse.
  • Screening nach Chart-Events: Breakouts, Retests, Candlestick-Muster und Tests von Bereichen wie dem EMA 200 erkennt Altraviz automatisch. Im Aktien-Screener filterst du nach genau diesen Ereignissen.
  • Tages- und Wochenbasis nebeneinander: Trend und Events siehst du für beide Zeitebenen direkt nebeneinander. Schritt 1 und Schritt 3 erledigst du damit in einem Blick.
  • Watchlist: Aktien, bei denen du noch auf den Retest oder eine Bestätigung wartest, behältst du gesammelt im Blick.

So bleibt dir abends nur noch der Teil, den keine Software dir abnehmen sollte: die eigene Entscheidung am Chart.

Häufige Fragen zum Swing Trading

Was ist Swing Trading?

Swing Trading ist eine Trading-Art, bei der du die Swing-Bewegungen eines Marktes handelst und Positionen einige Tage bis wenige Wochen hältst. Analysiert wird vor allem im Tages- und Wochenchart.

Ist Swing Trading neben dem Beruf möglich?

Ja, dafür eignet es sich besonders gut. Tageskerzen bewertest du abends nach Handelsschluss, Wochenkerzen am Wochenende. Einstieg und Stop-Loss legst du als Order vorab in den Markt, sodass du tagsüber nicht vor dem Chart sitzen musst.

Welche Zeitebene ist beim Swing Trading die richtige?

Ich nutze den Wochenchart für die übergeordnete Richtung und den Tageschart für den Einstieg. Diese Kombination hilft dir, im Tageschart nur in Richtung des größeren Trends zu handeln.

Was ist der Unterschied zwischen Swing Trading und Daytrading?

Beim Daytrading werden Positionen innerhalb eines Handelstages eröffnet und geschlossen, meist mit Minuten- oder Stundencharts. Beim Swing Trading hältst du Positionen über mehrere Tage oder Wochen und arbeitest mit Tages- und Wochencharts. Dadurch brauchst du während des Handelstags deutlich weniger Zeit vor dem Bildschirm.

Welche Strategie eignet sich für den Einstieg ins Swing Trading?

Eine gute Grundlage ist der Pullback im Trend: Der Kurs läuft in einen Bereich wie den EMA 50 oder EMA 200 zurück, und eine Kerze bestätigt die Reaktion. Teste jede Strategie aber erst gründlich, bevor du echtes Geld einsetzt.

Dieses Setup jeden Tag automatisch finden.

Altraviz analysiert täglich über 700 Aktien und markiert Events wie den Test des EMA-200-Bereichs oder eine Pinbar – du öffnest nur noch die Charts, bei denen sich ein Blick lohnt.